Berufsintegrationsklasse

Seit September 2016 erhalten auch Schüler aus Afghanistan, Eritrea, Syrien, Irak, Iran, Somalia, Gambia, Italien, Rumänien und Bulgarien die Möglichkeit, in das deutsche Schulsystem einzusteigen und sich in die Berufswelt zu integrieren. Berufsschulpflichtig sind in Bayern nach Artikel 35 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (BayEUG) alle Asylbewerber und Flüchtlinge, die die altersgemäße Voraussetzung erfüllen, da die Berufsschulpflicht bis zum 21. Lebensjahr besteht.
Den neuen Wohnort kennenlernen
Den neuen Wohnort kennenlernen
Essen aus ihrer Heimat boten unsere Flüchtlinge beim Elternabend an
Essen aus ihrer Heimat boten unsere Flüchtlinge beim Elternabend an
Angelegt ist die Maßnahme für zwei Jahre: Im ersten Jahr liegt der Fokus auf dem Spracherwerb, im zweiten Jahr auf der Berufsvorbereitung mit begleitenden Praktika. Mit Abschluss des zweiten Schuljahres kann der erfolgreiche Mittelschulabschluss erworben werden. Neben dem intensiven Erlernen der deutschen Sprache (12 Wochenstunden!) erhalten die Schülerinnen und Schüler Unterricht in wertgebundenen Fächern wie Ethik und Kommunikation, Angewandte Sozialkunde sowie Berufswelt und Bildungssystem (mit Informationsverarbeitung) und Mathematik.

Die Klasse genießt zudem eine umfangreiche sozialpädagogische Betreuung. Zahlreiche Zusatzangebote, wie z. B. ein Tutorenprogramm, und interkulturelle Projekte sind hier förderlich auf dem Weg zu schulischer, beruflicher und kulturell-gesellschaftlicher Integration.

Die Lehrkräfte, die sich alle für den Unterricht in der Berufsintegrationsklasse freiwillig gemeldet haben, beschreiben ihre Arbeit als anstrengend, aber bereichernd. Die jungen Flüchtlinge haben bisher eine ganz unterschiedliche Schulbildung erfahren, sind teils durch Erlebnisse in ihren Heimatländern und auf der Flucht schwer traumatisiert. Sie sind zum Großteil aber sehr motiviert und haben innerhalb weniger Monate schon erstaunliche Lernfortschritte gemacht.